Leiharbeits-Klage vor Gericht am 27. Februar

Im Fall der Klage eines FAU-Mitglieds und ehemaligen Leiharbeiters auf gleichen Lohn (s. Beitrag hier) wurde vom Arbeitsgericht Kaiserslautern der Zeitpunkt der Güteverhandlung fixiert. Sie findet am 27.02. um 13.10 Uhr im Saal 11 des Justizzentrum Kaiserslautern (Bahnhofstr. 24) statt. Bei einer Güteverhandlung soll die Möglichkeit einer Einigung der beiden Parteien erörtert werden, es wird noch kein Urteil gesprochen.

Dieser Gerichtstermin ist öffentlich, daher ruft die FAU alle Unterstützer unseres Anliegens zu solidarischer Prozessbegleitung auf.

Leiharbeiter klagt auf gleichen Lohn für gleiche Arbeit

Die Freie Arbeiterinnen und Arbeiter Union (FAU) Kaiserslautern begleitet die Klage eines Mitglieds gegen eine Zeitarbeitsfirma. Der 28-jährige Kollege arbeitete seit November bei einem privaten Entsorgungsunternehmen in der Region Kaiserslautern als Leiharbeiter. Für die körperlich anstrengende Arbeit, wie dem Leeren von Senkkästen oder die Entsorgung von Papiermüll und Gelben Säcken, erhielt er von seiner Zeitarbeitsfirma einen Lohn knapp über dem Mindestlohn – fast 4 Euro pro Stunde weniger als die festangestellten Kollegen. Jetzt hat er am Arbeitsgericht Kaiserslautern eine Klage auf gleiche Bezahlung eingereicht.

„Die Leiharbeitsbranche boomt, aber nur auf dem Rücken der Beschäftigten“, kritisiert David Jung, Pressesekretär der FAU Kaiserslautern. „Wir sind nicht bereit, den Missbrauch der Leiharbeit zu dulden, deshalb unterstützen wir die Klage unseres Kollegen auf gleiche Bezahlung.“

Laut Gesetz stehen Leiharbeitern die gleichen Arbeitsbedingungen zu wie Festangestellten. Durch Tarifvertrag ist es jedoch möglich davon nach unten abzuweichen. Der renommierte Arbeitsrechtler für Deutsches und Europäisches Arbeitsrecht, Dr. Wolfgang Däubler, sieht in der Ungleichbehandlung von Leiharbeitern einen Verstoß gegen EU-Richtlinien. Däubler hat zusammen mit dem gewerkschaftsnahen Netzwerk „Labournet“ eine Kampagne ins Leben gerufen, für die auch in der ZDF-Sendung „Die Anstalt“ geworben wurde. Die Kampagne unterstützt Leiharbeiter, die bereit sind auf gleichen Lohn zu klagen, juristisch und finanziell. Ziel ist, eine Vorlage beim Europäischen Gerichtshof zu erreichen und dort die Unrechtmäßigkeit der schlechteren Bezahlung von Leiharbeiterinnen und Leiharbeitern feststellen zu lassen. Von den anderen anhängigen Klagen der Kampagne liegt eine bereits vor dem Bundesarbeitsgericht, der Prozesstermin wurde jedoch auf unbestimmte Zeit verschoben.

Links & Hintergründe:

https://www.labournet.de/category/politik/alltag/leiharbeit/

Link zur ZDF-Sendung „Die Anstalt“, die über die Kampagne berichtet hat:

Das Netzwerk „Labournet“ sammelt Spenden für die klagenden Leiharbeiter. Spendenaufruf und Kontodaten finden sich hier:
https://www.labournet.de/wp-content/uploads/2017/05/Spendenaufruf_EuGH-Klage.pdf

Trefft die FAU – die Möglichkeit zum Kennenlernen

In unregelmäßigen Abständen treffen wir uns in lockerer Runde zum quatschen, debattieren, trinken, feiern… Kommt vorbei, lernt uns kennen – wir freuen uns auf Euch!

Zum Jahresauftakt treffen wir uns am Sonntag den 02. Februar zum späten Frühstück von 10:00 bis 14:00 Uhr, im Eselsohr Kaiserslautern.
Infos auch hier: https://kaiserslautern.fau.org/events/trefft-die-fau-kaiserslautern-3/.

Alle Interessierten, Freund*innen und natürlich Mitglieder der FAU sind herzlich eingeladen.
Wer kommt, bringt bitte etwas mit 🙂

Lehrkräftestreik in Polen

In Polen streiken gerade große Teile der Lehrer*innen an Schulen und Kindergärten.

Zum einen geht es um Lohnerhöhungen, da die Löhne im Bildungssektor weit unterhalb des nationalen Durchschnittseinkommens liegen.
Zum anderen protestieren die Lehrkräfte gegen die Bildungsreform von 2017, die weitreichende Folgen für die Angestellten hatte.Mehr Informationen findet Ihr in der Direkten Aktion.

Viele Lehrkräfte sind Mitglieder unserer Schwestergewerkschaft OZZ Inicjatywa Pracownicza, weshalb die Freie Arbeiterinnen- und Arbeiter-Union die Aktionen auch mit Streikgeldern unterstützt.
Auch privat kann man sich unter https://zrzutka.pl/en/uccyrn beteiligen.

Nachbericht zum Frauen*streik

Auch in Kaiserslautern gingen am Freitag, den 8. März, Menschen anlässlich des Frauen*kampftages auf die Straße. Etwa 100 Teilnehmer*innen folgten dem Aufruf von Anarchafeminist*innen aus dem Eselsohr – Libertärer Infoladen & Kulturtreff und der FAU Kaiserslautern.

Auf der Anfangskundgebung am Schillerplatz betonten mehrere Rednerinnen, dass auch über 100 Jahre nach der Etablierung des Frauentages ein entschlossener Einsatz für ihre Rechte notwendig ist.

Unsere Rednerin beschrieb in ihrem Beitrag die Mehrfachbelastung, der vor allem Frauen* ausgesetzt sind und animierte die Zuhörer*innen, sich neben der Ausbeutung durch Lohnarbeit und den Anstrengungen durch die Erwartungen der Gesellschaft, nicht auch noch selbst auszubeuten und den eigenen Bedürfnissen Raum zu geben. Diesen Aufruf verband sie mit konkreten Forderungen nach z.B. Arbeit nach dem Lustprinzip während der Schwangerschaft. Forderungen, die noch nicht greifbar nah sind, für die sich aber der gewerkschaftliche Einsatz lohnt!

Die Notwendigkeit feministischer Kämpfe in der Gegenwart verdeutlichte die Sprecherin der Gruppe ‚Solidarisches Lautern‘:
„Von einer CDU-Vorsitzenden, die homophobe Äußerungen macht, bis hin zu rassistischen Parteien, sind wir hier im Jahr 2019 umgeben von Personen, die ihr gestriges sexistisches Denken wieder salonfähig machen wollen.“

Eine Einschätzung, die wir teilen. Dieser Entwicklung sollten wir gemeinsam entschlossen entgegentreten.